Black Swan (2011)

Es ist gerade einmal Januar, aber trotzdem ist dieses Kinojahr eigentlich schon ein gutes. „Black Swan“ von Regisseur Darren Aranofsky ist ein Psycho-Thriller, der es in sich hat.

Die Handlung dreht sich um Nina Sayers, eine aufstrebende und sehr talentierte Ballerina, die die Rolle ihres Lebens bekommt. Sie soll die Hauptrolle im „Schwanensee“ spielen, dafür muss sie den weißen und den schwarzen Schwan verkörpern. Während der weiße Schwan für das gute, fragile steht, verkörpert der schwarze Schwan das genaue Gegenteil. In ihrem Streben danach, ihrem Part als schwarzen Schwan gerecht zu werden und ihn perfekt zu meistern, steigert sich Nina immer mehr in diese Rolle hinein und beginnt, seine Charakterzüge anzunehmen. Ihre Kollegin Lily spielt in diesem Prozess eine wichtige Rolle, auch weil Nina sie als scharfe Konkurrentin ansieht.

Die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt in diesem Film ständig. Da man alles aus der Sicht Ninas zu sehen bekommt weiß man nie, ob etwas grade nur in ihrem immer kränker werdenden Kopf vorgeht oder ob es wirklich passiert. Ihre Wahnvorstellungen werden immer extremer und spannender und als Zuschauer erwartet man bei jeder Szene einen plötzlichen Schock. Sowieso sind sehr fies gesetzte Schockmomente und Schnitte ein immer wiederkehrendes Element im Film, gerade in vielen Szenen, in denen es um Sexualität geht. Wo wir gerade bei Sexualität sind: „Black Swan“ ist nichts für schwache Nerven. Es gibt einige explizite Sexszenen, viele Schockmomente und als Zuschauer wird man bis zum Ende hin immer angespannter und kann sich nur selten einmal beruhigen. Wer nicht gut mit verstörenden Bildern umgehen kann, der sollte den Film meiden.

Zur Handlung im allgemeinen lässt sich also sagen: Unheimlich fesselnd, spannend, stellenweise völlig „psycho“. Man wünscht sich geradezu das Ende herbei, damit dieser Alptraum ein Ende nimmt. Das Ende, auf das die ganze Sache hinausläuft, ist wunderbar passend und rundet den Film gut ab.

Die Stimmung des Films ist durchgängig düster und drückend. Die dominierenden Farbtöne gehen von Schwarz über Dunkelblau zu Weiß, viel dazwischen gibt es nicht, das ist zumindest der Eindruck, der bleibt. Der allergrößte Teil des Films spielt in engen, geschlossenen Räumen, die Szenen, in denen man das Tageslicht sieht, kann man an der Hand abzählen. Diese Faktoren tragen zur klaustrophobischen Atmosphäre bei. Sogar das Apartment, in dem Nina mit ihrer Mutter lebt, ist verwinkelt, dunkel und eng.

Natalie Portman liefert als Nina Sayers eine beeindruckende Leistung ab. Die Emotionen die sie durchmacht, den Stress, den Druck, die Verzweiflung, Verwirrung, Angst, Panik, all das kauft man ihr auf ganzer Linie ab. Auch Mila Kunis als Lily und Vincent Cassel als Tanzlehrer Thomas Leroy leisten gute Arbeit, spielen ihre Rollen glaubwürdig und konsequent.

Mehr als eine Erwähnung wert ist auch der Soundtrack. Das Orchester dröhnt bombastisch aus den Boxen, pompöse Musik lässt viele Szenen sehr dramatisch wirken, toller Klang mit abwechselnd lauten und leisen Variationen des Hauptthemas während der Tänze und den Spannungshöhepunkten tragen zum sehr guten Eindruck des Films bei.

Eine einzige Sache stört, zumindest am Anfang des Films: Aranofsky ließ den kompletten Film mit Handkamera drehen, viele Szenen sind verwackelt. Während diese Technik anfangs wirklich negativ auffällt, merkt man es zum Ende hin gar nicht mehr. Trotzdem ist das ein kleiner Wermutstropfen.

Mein Fazit? Der Film ist großartig. Die Story ist mehr als spannend, Psycho-Elemente und Sex gibt es en masse, der Soundtrack ist genial und sehr gut eingesetzt. Außerdem ist der Film mal etwas ganz anderes und hebt sich angenehm von der Hollywood-Massenware ab. Mein Tipp: Unbedingt im Kino anschauen!

Bewertung: 8/10

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Was ist eure Meinung zu dem Film? Kommentare sind (wie immer) gern gesehen =)

So long,

cinemaphil

Ein Vorgeschmack des Soundtracks findet sich hier: Black Swan Sountrack auf Youtube

Ein Trailer zum Film findet sich hier: Black Swan Trailer auf Youtube

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